Hybride Arbeitsmodelle und was sie bedeuten

Hybride Arbeitsmodelle
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Bei hybriden Arbeitsmodellen wird nicht mehr ausschliesslich aus dem Büro gearbeitet, sondern teilweise von zu Hause aus, von irgendwo auf der Welt oder zu ganz verschiedenen Zeiten. Die Entwicklung in den letzten Monaten zeigt, dass sich die meisten Arbeitnehmer:innen – ebenso wie die jungen Talente der Generation Z – genau diese Flexibilität im Job wünschen. Die Pandemie hat nicht zuletzt zu einem Umdenken und einer anderen Wertevorstellung der Arbeitnehmer:innen in der Schweiz geführt, die nun auch ein Umdenken vieler Unternehmen fordert.



Die Universität St. Gallen (HSG) befragte Führungskräfte und HR-Experten aus Schweizer Unternehmen aller Grössen und Branchen zu hybriden Arbeitsmodellen. Vor der Pandemie setzen laut einer Mitteilung der HSG ca. 35 Prozent der Unternehmen auf hybride Modelle, heute sind es bereits 77 Prozent.

Hybrides Arbeiten ist das „New Normal“.

Zwei wesentliche Faktoren sind bei der Gestaltung hybrider Arbeitsmodelle relevant: Die Arbeitszeit und der Arbeitsort.

Die Arbeitszeit lässt sich in Abhängigkeit von den Anforderungen des Unternehmens und der jeweiligen Position verschieden gestalten und reicht von klaren Vorgaben der Arbeitszeit über teilflexible Modelle mit Kern- und Gleitzeiten bis hin zu völlig zeitunabhängigen Modellen, in denen weder eine feste Arbeitszeit noch eine feste Arbeitsdauer festgelegt wird. Gemessen wird der oder die einzelne Mitarbeiter:in ausschliesslich am Ergebnis.

Auch der Arbeitsort lässt sich in verschiedenen Flexibilitätsstufen gestalten. Im Modell „Office First“ wird die Arbeit im Büro präferiert und remote Work bildet die Ausnahme. In Teil-flexiblen Modellen gibt es in der Regel festgelegte Anwesenheiten im Büro, die übrige Arbeitszeit kann flexibel an anderen Orten oder im Büro erfolgen. Diese Wahl wird Arbeitnehmer:Innen im Voll-flexiblen Modell gänzlich überlassen. Auch das Modell „Remote First“ bietet maximale Flexibilität, hier arbeiten die Mitarbeiter:innen vorwiegend im Home Office oder anderswo auf der Welt und kommen nur in Ausnahmen ins Büro.

Durch die individuelle Gestaltung jedes einzelnen Unternehmens können verschiedenste Arbeitsmodelle entstehen.



Die Vorteile hybrider Modelle


Die Vorteile der hybriden Modelle liegen auf der Hand. Die Arbeitenehmer:innen gewinnen je nach Gestaltung in sehr hohem Masse an Flexibilität und damit an Zufriedenheit und Motivation für die Arbeit. Insbesondere bei anspruchsvollen Aufgaben kann die Ruhe im Home-Office zu einer gesteigerten Produktivität führen.
Bei hoher Flexibilität sind meist nur wenige Arbeitsplätze nötig, die flexibel von den im Büro anwesenden Mitarbeitenden genutzt werden können. Das spart Kosten ein.
Unternehmen, die hybride Arbeitsmodelle anbieten und Ihren Mitarbeitenden eine hohe Flexibilität ermöglichen, haben einen grossen Vorteil in der Rekrutierung neuer Talente.



Die Herausforderungen


Selbstverständlich bietet das „New Normal“ nicht nur Vorteile, sondern kann Unternehmen – insbesondere in der Phase der Implementierung – vor viele Herausforderungen stellen.


Den wesentlichen Beitrag zu einem funktionierenden und erfolgreichen hybriden Modell leisten die IT-Abteilungen, die HR-Abteilungen und die Führungskräfte.


Die gesamte IT-Infrastruktur muss auf remote Work umgestellt werden, denn digitale Zusammenarbeit kann nur mit einer gut funktionierenden IT-Landschaft funktionieren, die die Kommunikationskanäle und den Austausch von Informationen einfach ermöglicht.


Eine grosse Gefahr ist eine geringe Bindung an das Unternehmen und das Team. Wenn der morgendliche Bürokaffee oder die gemeinsame Mittagspause entfallen, können sich Mitarbeiter:innen schnell ausgeschlossen fühlen. Die Führungskräfte und HR-Abteilungen stehen vor der Herausforderung, eine hohe Bindung an das Unternehmen und die Entwicklung eines positiven Teamspirits zu schaffen.


Insgesamt ist bei hybriden Arbeitsmodellen von einem höheren Planungs- und Organisationsaufwand für Meetings, Bürobelegungen und Projektkoordinationen zu rechnen.


Wie man hybride Arbeitsmodelle im Unternehmen einführt.

Die Hauptvoraussetzung für hybride Arbeitsmodelle und Remote Work im Allgemeinen ist Vertrauen in die Mitarbeitenden.


Es ist sinnvoll, die Arbeitnehmer:innen am Gestaltungsprozess teilhaben zu lassen. Wo wird Flexibilität gewünscht und wo ist die Nähe zum Büro und zum Team erforderlich? Wer hat welche Vorstellungen und wie lassen sich diese realisiere und in klaren „Spielregeln“ festhalten?


Wenn die digitalen Voraussetzungen geschaffen sind, gilt es Informationswege und Strukturen für die Ablage von Daten zu schaffen. Nur so ist sichergestellt, dass die erforderlichen Informationen jedem einfach zur Verfügung stehen.
Es empfiehlt sich auch digitale Routinemeetings zu planen, um die Nähe zum Team und zum Unternehmen aufrecht zu erhalten. Für die weitere operative Ausführung können die Führungskräfte insbesondere in „Remote Führung“ geschult werden.


Gerade zu Beginn kann es sinnvoll sein, neue Flexibilität schrittweise zu implementieren. Wir empfehlen regelmässige Feedbackschleifen mit den Mitarbeitenden.



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Quelle:

https://hirschtec.eu/studie-hybride-arbeitsmodelle/
https://www.humanresourcesmanager.de/content/hybride-arbeitsmodelle-strategien-und-tipps/
https://www.lendis.io/ratgeber/hybride-arbeit/modelle/
https://www.netzwoche.ch/news/2021-11-05/hybrides-arbeiten-das-sind-die-chancen-und-risiken